Rabbiner
Wolf Kohn wurde im Jahre am 17. Tamuz 5595 (14. Juli 1835) in ärmlichen
Verhältnissen als Sohn des R. Shmuel Kohn und dessen Ehefrau Ester im
tschechischen Rudnitz (Radonice) geboren. Mit finanzieller Unterstützung eines
betuchten Mitgliedes der dortigen jüdischen Gemeinde begann er im Alter von 12
Jahren zunächst sein Studium an der bekannten Pressburger Yeshiwah beim Baál
Kataw Sofer. Zu seinen Lehrern zählten in weiterer Folge der Rabbiner der
jüdischen Gemeinde von Jermat, Rabbiner David Deutsch z“tl , Rabbiner Shmuel
Sommer und der berühmte Chaim Sofer. Schließlich beendete er seine rabbinischen
Studien im slowakischen Serdahel (Duna Szeerdahely) bei Rabbiner Yehuda Asad. In Szerdahely Ehe mit Sara Levia (Lotti) Bischitz. Der Ehe entstammten 7 Kinder, vier Töchter und drei Söhne. 1878 bestellt ihn die Gruppe der Orthodoxen um Josef Löw, Schwager des im gleichen Jahr verstorbenen Leopold Herz, zum Privatrabbiner im Herz´schen Bethaus in der Wassergasse 14. Besonders in den Sommermonaten wurde sein Lehrhaus nach und nach Anziehungspunkt für die jüdische Orthodoxie. Im Jahre 1878 als er zu seinem Dienst nach Baden kam, rief er nach einem Tischler und gebot ihm, ihm den Tisch in seinem Lehrhaus zu verbreitern, indem er in der Mitte ein neues Brett einfügte. Auf diesem Brett lehrte er Thora alle Tage seines Lebens. Sieben Tage vor seinem Tod im Jahre 1913, nachdem er sein Gebet beendigt hatte, rief er den Schochet Jakob Kussel und bat ihn und seinen Neffen, ihm behilflich zu sein, dass Brett aus dem Tisch zu ziehen, weil es ihm selbst zu beschwerlich war. Auf die Frage des Schochets warum er diese täte, antwortete er ihm kein Wort. Das Brett gab er vor seinem Neffen an einen besonderen Ort im Lehrhaus und er sagte zu ihm „Vergiss es nicht, denn mein Testament befindet sich in einer Kiste im Lehrhaus und dort steht geschrieben, was mit diesem Brett zu tun ist.“ Nach Mittag sagte er, dass ihn seine Kräfte verließen und er legte sich zu Bett und gebot, seine drei in Deutschland lebenden Söhne und seine vier Töchter zu holen, in deren Kreise er sieben Tage später im 78. Lebensjahr verstarb. Sein Leichnam wurde schließlich auf den jüdsichen Friedhof nach Duna Szerdahely überführt und dort zur letzten Ruhe gebettet. Zu seinem rabbinischen Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Salomon Friedmann bestellt.
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© 2003 MMag. Thomas Eliser Schärf